Die "diebische Elster"

Die "diebische Elster"

Seit Jahren brütet bei uns ein Elstern-Paar in einem der Bäume hinter Haus 4 zur Kindertagesstätte. Im letzten Jahr blieb ein junges Elstern-Paar dieser Eltern hier, und verdoppelte somit die Elstern-Population in der „Torfwiesenau“. Oft sitzen beide Paare im Ansitz auf den Büschen des Knicks an der Au hinter Haus 3, wo sie die dahinter liegende Sumpfwiese als Jagdgebiet haben.

(Elsternpaar auf der Sumpfwiese vor Haus 3; 2 Elsternnester in den Bäumen hinter Haus 4)

Elstern gehören zu den Rabenvögeln und zählen zu den intelligentesten Vögeln. Laut Wikipedia nehmen einige Experten an, dass sie eines der intelligentesten nicht-menschlichen Lebewesen überhaupt sind. Als „diebische Elster“ gilt sie u.a. deswegen, weil sie gern glitzernde Gegenstände, wie z.B. Silberlöffel aber auch das Gelege von Singvögeln stiehlt. Im Mittelalter war sie zudem als Hexentier und Galgenvogel wenig beliebt. Im asiatischen Raum dagegen gilt sie lt. Wikipedia traditionell als Glücksbringer.

Gioachino   Rossini's Oper „Die diebische Elster“( 'La gazza ladra') aus dem Jahr 1815 erzählt zum Beispiel von einem Dienstmädchen, das erhängt werden sollte, weil es angeblich seinem Dienstherren Silber gestohlen hatte. Erst im letzten Moment stellte sich heraus, dass das Tafelsilber tatsächlich von einer Elster gestohlen wurde, welche die Gegenstände im Kirchturm versteckt hatte.

Die Elsternpaare bleiben sich ihr Leben lang treu und leben monogam. Ihr Nest bauen sie, ähnlich wie die Eichhörnchen, kugelförmig aus Zweigwerk. Elstern sind standorttreue Vögel. Gegen Raubvögel, insbesondere auch gegen die größeren Aaskrähen verteidigen sie ihre Nester ganzjährig. Elstern werden bei uns bejagt, weil sie angeblich kleinere Singvögel, bzw. deren Gelege, und Niederwild fressen (s. Wikipedia).

Der berühmte französische Dichter Jean de La Fontaine aus dem 17. Jh. schrieb eine Fabel mit dem Titel "Der Adler und die Elster" ("L'Aigle et la Pie "). Sie handelt von einer Elster, die gestohlene Gegenstände sammelt und dafür vom Adler zur Strafe für ihren Diebstahl gefangen genommen wird. Die Moral von der Geschicht‘ : Diebstahl und Habgier lohnen sich nicht.

Bild-Quellen: Titelbild: Eurasian magpie, Dion Art, en.wikipedia ;  „Der Adler und die Elster“, von Pierre Quentin Chedel. Nach Jean-Baptiste Oudry aus der Digitalen Bibliothek (wikimedia); "La gazza ladra", Peter Hoffers Coverentwurf für das Libretto aus dem 20. Jahrhundert, en.wikipedia;  die übrigen Fotos, d.k.; h.n., TAW.